Bayreuths neue Kirche trotzt dem Trend: Ein Lichtblick in finanziell dunklen Zeiten
Elias WernerGegen den Trend: Eine neue Kirche eröffnet in Bayreuth - Bayreuths neue Kirche trotzt dem Trend: Ein Lichtblick in finanziell dunklen Zeiten
Kirchen in Bayern kämpfen mit finanziellen Engpässen
In ganz Bayern geraten Kirchen zunehmend unter finanziellen Druck: Die Mitgliederzahlen sinken, die Einnahmen schrumpfen. Viele Bistümer haben neue Bauprojekte auf Eis gelegt und konzentrieren sich stattdessen auf die Bewirtschaftung bestehender Gebäude. Doch im Bayreuther Stadtteil Laineck ist kürzlich eine neue evangelische Kirche eröffnet worden – entgegen dem allgemeinen Trend von Schließungen und Sparmaßnahmen.
Das Erzbistum München und Freising kündigte im Sommer 2024 Einsparpläne an, die vor allem die Gebäudekosten betreffen. Der Rückgang der Mitgliederzahlen und geringere Kirchensteuereinnahmen zwangen zu diesem Schritt. Ähnliche Diskussionen finden auch in anderen bayerischen Bistümern statt, wo seit Jahren keine größeren Neubauten mehr realisiert wurden.
Auch das Erzbistum Bamberg hat seine Immobilienstrategie überarbeitet und eingeräumt, dass der aktuelle Bestand nicht mehr tragbar sei. Viele Gemeinden debattieren mittlerweile, welche Gebäude sie sich überhaupt noch leisten können. Neue Kirchenbauten sind selten geworden – die letzte katholische Weihe fand im Dezember 2024 in Utting am Ammersee statt. Doch gegen diesen Trend wurde im Bayreuther Stadtteil Laineck am 6. Januar 2026 eine neue evangelische Kirche eingeweiht: die Epiphanias-Kirche, ein zwei Millionen Euro teures Projekt, das einen älteren gleichnamigen Bau ersetzt. Die Gemeinde trug zwei Drittel der Kosten, die regionale evangelische Landeskirche den Rest. Die neue Kirche ist als multifunktionales Gemeinschaftszentrum konzipiert, bietet Platz für 160 Personen und soll neben Gottesdiensten auch für weitere Gemeindeaktivitäten genutzt werden. Die alte Epiphanias-Kirche wird noch vor der vollständigen Inbetriebnahme der neuen geschlossen.
Die Epiphanias-Kirche bildet eine Ausnahme in einer Region, in der Kirchenstilllegungen und Fusionen vorherrschen. Die meisten Bistümer reduzieren angesichts finanzieller Zwänge ihren Immobilienbestand. Zwar bietet der Neubau vorerst einen Ort für Gottesdienste – doch seine langfristige Zukunft hängt von der Entwicklung der Mitgliederzahlen und der Finanzlage ab.
