07 May 2026, 12:22

Bayerns Wasserstoff-Milliarden flossen größtenteils in den Sand – warum die Pläne scheiterten

Balkendiagramm, das die Stromerzeugung der US-Bundesstaaten nach Brennstoffquellen im Jahr 2022 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Bayerns Wasserstoff-Milliarden flossen größtenteils in den Sand – warum die Pläne scheiterten

Ein großer Teil der bayerischen Wasserstofffördergelder blieb wegen geringer Nachfrage ungenutzt. Kritiker werfen der Landesregierung vor, Steuergelder in Projekte verschwendet zu haben, die kaum auf Interesse stießen. Nun werfen zwei Abgeordnete der Grünen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger vor, das Programm schlecht managed zu haben.

Zwischen 2018 und 2025 stellte die bayerische Staatsregierung 61 Millionen Euro für den Bau von Wasserstofftankstellen bereit. Doch nur 16,3 Millionen Euro wurden tatsächlich ausgegeben, weitere 9 Millionen Euro flossen zurück, nachdem geplante Vorhaben scheiterten. Offiziell endete das Programm mit gerade einmal 20 fertigen Tankstellen – statt der ursprünglich geplanten 100.

Auch ein Fördertopf für den Bau von Elektrolyseuren blieb weitgehend ungenutzt. Für 2024 und 2025 waren fast 120 Millionen Euro vorgesehen, doch bis Ende 2025 wurden lediglich 4,1 Millionen Euro abgerufen. Zum Vergleich: Von den 142 Millionen Euro, die für Energieforschungszuschüsse bereitstanden, wurde bis zum selben Stichtag mehr als die Hälfte in Anspruch genommen.

Unterdessen treibt die Bundesregierung den Aufbau eines Wasserstoff-Kernnetzes voran, das vor allem für die Industrie gedacht ist. Experten zweifeln jedoch daran, dass sich Wasserstoff in naher Zukunft für Heizzwecke oder im Verkehr durchsetzen wird – die Produktionskosten seien zu hoch. Deutschland werde voraussichtlich weiterhin stark auf Importe angewiesen sein, ähnlich wie beim heutigen Erdgasmodell.

Die ungenutzten Mittel verdeutlichen die Kluft zwischen den ehrgeizigen Wasserstoffplänen und der Marktrealität. Angesichts der schwachen Nachfrage nach Tankstellen und Elektrolyseuren verfehlten Bayerns Ausgabenpläne die Erwartungen deutlich. Nun steht der Freistaat vor der Frage, ob seine Wasserstoffstrategie grundlegend überdacht werden muss.

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