08 February 2026, 08:25

Baden-Württemberg diskutiert legale Drogenchecks nach Cychlorphin-Fund in Karlsruhe

Ein detaillierter alter Stadtplan von Baden-Württemberg, Deutschland, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, mit einem markierten Gebäude in der unteren rechten Ecke und Text, der die Stadtinformationen bereitstellt.

Wird 'Drug Checking' in Baden-Württemberg zugelassen? - Baden-Württemberg diskutiert legale Drogenchecks nach Cychlorphin-Fund in Karlsruhe

Baden-Württemberg erwägt neuen Ansatz für Drogensicherheit nach Auftauchen eines gefährlichen Designerdroge

Nach dem Auftauchen einer gefährlichen Designerdroge prüft Baden-Württemberg einen neuen Weg zur Verbesserung der Drogensicherheit. Das Sozialministerium des Landes hat eine Verordnung ausgearbeitet, die laborbasierte Substanztests ermöglichen soll – ein Angebot, das in Berlin bereits seit 2023 verfügbar ist. Doch angesichts der bevorstehenden Landtagswahl bleibt die Entscheidung ungewiss.

Der Vorstoß für legale Drogenchecks in Baden-Württemberg folgt auf Warnungen vor Cychlorphin, einem hochpotenten synthetischen Opioid, das im Raum Karlsruhe nachgewiesen wurde. Suchthilfeeinrichtungen schlagen Alarm und fordern eine schnellere Einführung von Testprogrammen, um Überdosis-Todesfälle zu verhindern.

Im Jahr 2023 wurde das Bundesrecht geändert: Paragraf 10b des Betäubungsmittelgesetzes ermöglichte seitdem Modellprojekte zur Substanzanalyse. Berlin startete umgehend einen landesfinanzierten Service, der es Konsument:innen erlaubt, die Inhaltsstoffe ihrer Drogen überprüfen zu lassen. Auch Mecklenburg-Vorpommern richtete Tests etwa beim Fusion Festival 2024 ein.

Baden-Württemberg hingegen hält weiterhin an einem Verbot von Drogenchecks fest – Nutzer:innen haben damit keine legale Möglichkeit, Substanzen testen zu lassen. Die vom Sozialministerium entworfene Verordnung zielt darauf ab, sich an die bundesweiten Regelungen anzupassen, doch das Innenministerium hat sie noch nicht abgesegnet. Die anstehende Landtagswahl am 8. März könnte die Entscheidung weiter verzögern.

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Drogenchecks analysieren Proben, um genaue Inhaltsstoffe und Konzentrationen offenzulegen. Befürworter argumentieren, dass dies Risiken verringert – besonders bei unberechenbaren Designerdrogen wie Cychlorphin. Doch bis Januar 2025 hat noch kein Bundesland offizielle Testrichtlinien vollständig umgesetzt.

Der Verordnungsentwurf in Baden-Württemberg wird weiterhin geprüft, ein Zeitplan für die Genehmigung steht noch nicht fest. Sollte er verabschiedet werden, könnten Nutzer:innen Substanzen erstmals legal testen lassen. Bis dahin bleibt das Verbot von Drogenchecks im Land bestehen – trotz wachsender Forderungen nach Handlungsbedarf.