Bachmann-Preis 2024: Historische Jury und mutige literarische Stimmen
Der diesjährige Bachmann-Preis-Wettbewerb fand unter strahlendem Sommerhimmel statt und bot ein besonders bemerkenswertes Bild. Erstmals bestand die Jury ausschließlich aus Frauen, was dieser Ausgabe eine historische Note verlieh. Magdalena Schrefel wurde für ihren Text 'Kirschen, Herz in der Schlinge' mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet. Den Hauptpreis sowie den Publikumspreis sicherte sich Schaette für ihren Beitrag 'Was wir tragen'. Slata Roschal sorgte mit einer schonungslosen Abrechnung mit dem Literaturbetrieb für Aufsehen.
Kinga Tóth erhielt den KELAG-Preis, wobei ihre sprachliche Präzision und die Darstellung eines 'Ostblock-Mädchens' besonders gewürdigt wurden. Ozan Zakariya Keskinkılıç wurde für 'Vater ohne Sohn' mit dem Deutschlandfunk-Preis ausgezeichnet. Während der Veranstaltung wurde das Motiv des Flecks als Symbol für prekäre Lebensumstände diskutiert. Zudem wurde die Rolle der Ökonomie in der Literatur eingehend beleuchtet. Diese Ausgabe des Bachmann-Preises wird vor allem wegen der rein weiblichen Jury und der mutigen Statements der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Erinnerung bleiben. Die Vielfalt der Themen und die Qualität der Beiträge unterstrichen die Bedeutung des Wettbewerbs in der literarischen Landschaft.
