Asse-Atomlager: Bergung der 126.000 Fässer ohne neuen Zeitplan verschoben
Hannah BöhmVerwahrte Nuklearabfälle in Asse - Beginn der Bergung verzögert - Asse-Atomlager: Bergung der 126.000 Fässer ohne neuen Zeitplan verschoben
Die Pläne zur Bergung radioaktiver Abfälle aus dem Atomlager Asse wurden verworfen – das Projekt bleibt ohne klaren Zeitplan. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat den geplanten Starttermin 2033 aufgegeben und verweist auf anhaltende Unsicherheiten. In der Anlage lagern rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Abfall, die vor Jahrzehnten eingelagert wurden.
Das ehemalige Bergwerk Asse, das zwischen den 1960er- und 1970er-Jahren als Atomendlager diente, bleibt ein drängendes Problem. Nach geltendem Recht muss die Anlage stillgelegt und der Abfall geborgen werden – eine Aufgabe, die der BGE übertragen wurde. 2020 hatte die Behörde einen Beginn der Bergungsarbeiten für 2033 vorgeschlagen und die vorläufigen Kosten auf über drei Milliarden Euro geschätzt. Doch mittlerweile räumen Verantwortliche ein, dass dieser Plan lediglich ein grober Entwurf war, dem detaillierte Vorbereitungen fehlten.
Aktuell konzentrieren sich die Arbeiten in den Jahren 2025 bis 2026 darauf, den Zustrom von Salzwasser zu kontrollieren, um den Schacht für eine spätere Bergung trocken zu halten. Eine aktualisierte Kostenaufschlüsselung oder ein Finanzierungsplan wurden seitdem jedoch nicht mehr veröffentlicht. Die BGE hat noch keinen neuen Zeitplan vorgelegt, sodass das Projekt in der Schwebe hängt.
In der Anlage lagern 126.000 Fässer mit Abfällen, verteilt auf 13 Kammern. Trotz gesetzlicher Vorgaben für ein zügiges Handeln erklärt die BGE, dass anhaltende technische und finanzielle Unsicherheiten die Verzögerung erzwingen.
Die unbestimmte Verschiebung bedeutet, dass der Standort Asse länger als geplant in Betrieb bleibt. Ohne überarbeiteten Zeitplan oder aktualisierte Kostenbewertung drohen weitere Verzögerungen bei der Bergung des Atommülls. Die BGE arbeitet zwar weiterhin an der Stabilisierung der Anlage, einen konkreten Beginn der Bergungsarbeiten hat sie jedoch nicht genannt.