Apothekensterben in Deutschland: 440 Schließungen gefährden die Arzneimittelversorgung auf dem Land
Apothekensterben in Deutschland: 440 Schließungen gefährden die Arzneimittelversorgung auf dem Land
Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist stark gesunken – eine Entwicklung, die Sorgen um die Arzneimittelversorgung weckt, insbesondere in ländlichen Regionen. Ende 2025 gab es bundesweit noch 16.601 Apotheken, 440 weniger als im Vorjahr. Gesundheitsbehörden drängen nun auf dringende Reformen, um weitere Schließungen zu verhindern.
Allein 2025 stellten 502 Apotheken ihren Betrieb ein, während nur 62 neue eröffneten. Steigende Kosten, Inflation und festgelegte Erstattungssätze für Rezepturen haben die Gewinnmargen zusammenschmelzen lassen und viele Betreiber zur Aufgabe gezwungen. Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi warnte, dass diese Entwicklung die lokale Gesundheitsversorgung gefährde.
Philippi forderte umgehende Maßnahmen, darunter eine Erhöhung der Abgabegebühr – also der Vergütung, die Apotheken für die Belieferung von Rezepten erhalten. Zudem schlug er vor, Telepharmacie-Dienste auszubauen und die Zuschüsse für Notfalldienste zu erhöhen. Seine Forderungen fanden Rückhalt in Mecklenburg-Vorpommern, wo ein Regierungsvertreter ähnliche Schritte anmahnte, um ländliche Apotheken zu schützen. Besonders hart trifft der Rückgang Niedersachsen, wo die Zahlen seit Jahren kontinuierlich sinken. Ohne Kurskorrektur befürchten Beamte, dass weitere Gemeinden ihre letzte Apotheke verlieren – mit der Folge, dass Anwohner keinen einfachen Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten mehr hätten.
Ziel der Forderungen nach höheren Gebühren und erweiterten Dienstleistungen ist es, das Apothekennetz in Deutschland zu stabilisieren. Scheitern die Reformen, könnte der anhaltende Schwund viele Regionen – vor allem ländliche Gebiete – mit weniger Versorgungsmöglichkeiten zurücklassen. Die nächsten Schritte hängen nun davon ab, ob die Politik die Vorschläge aufgreift.