06 March 2026, 10:20

Apothekenreform: CDU will Rabatte begrenzen und Versandapotheken bremsen

Ein Plakat mit Text und einem Logo, auf dem "Verringerung der Arzneimittelkosten unter der Biden-Harris-Regierung" steht.

Apothekenreform: CDU will Rabatte begrenzen und Versandapotheken bremsen

Die Koalitionsverhandlungen zur Apothekenreform gewinnen an Fahrt – die entscheidenden Themen stehen nun auf der Agenda. Die CDU hat strenge Vorschläge vorgelegt, um Pauschalvergütungen zu begrenzen und Rabattverträge stärker zu regulieren. Die Verhandler wollen die Änderungen bald finalisieren, die den Verkauf und die Verwaltung von Medikamenten in Deutschland grundlegend verändern könnten.

Am 15. Februar 2026 veröffentlichte die CDU ein Positionspapier mit ihren Forderungen. Die Partei schlägt vor, Pauschalpreise auf maximal 30 Prozent des Gesamtumsatzes einer Apotheke zu deckeln. Zudem soll die Kontrolle über Rabattvereinbarungen mit Großhändlern verschärft werden: Rabatte dürfen demnach nicht mehr als 12 Prozent betragen. Apotheken müssten diese Verträge außerdem transparent an die Krankenkassen melden.

Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Festgebühr für Apotheken. Ziel ist es, Drogerieketten davon abzuhalten, in den Medikamentenverkauf einzusteigen. Die CDU-Verhandlerin Simone Borchardt betonte, die Reform dürfe Versandapotheken und ausländischen Online-Anbietern keinen Vorsprung verschaffen.

Weitere ungelöste Fragen betreffen die Vertretung von Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) sowie die Null-Retaxations-Regel. Borchardt machte klar, dass Apotheker durch diese Vorschrift keine finanziellen Risiken tragen dürften. Auch die Digitalisierung steht auf der Tagesordnung: Gefordert wird ein voller Lese- und Schreibzugriff für Apotheker auf die elektronische Patientenakte (ePA).

Laut Borchardt gibt es noch keine offiziellen Änderungsanträge, da die Beratungen nun in die parlamentarische Phase übergegangen sind. Sie erwartet jedoch konkrete Fortschritte in der kommenden Woche, sobald die Verhandlungen an Intensität gewinnen.

Die Reform könnte den Apothekenbetrieb von Grund auf verändern – von den Preisstrukturen bis zum digitalen Zugang. Falls eine Einigung gelingt, würden die Maßnahmen die Kontrolle über Rabatte und Erstattungen verschärfen und nicht traditionelle Anbieter ausschließen. Die nächste Verhandlungsrunde wird zeigen, ob die Pläne Gesetz werden.