Anrainer fordern Lärmschutz beim Ausbau der Amerikalinie für mehr Güterverkehr

Admin User
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Eine Bahnstrecke mit Plakaten an der Wand daneben.

Anrainer fordern Lärmschutz beim Ausbau der Amerikalinie für mehr Güterverkehr

Anrainerkommunen entlang der Amerikalinie schließen sich zusammen, um der Deutschen Bahn und der Bundespolitik ein gemeinsames Positionspapier vorzulegen. Ihr Ziel ist es, Einfluss auf den Ausbau der Amerikalinie zu nehmen, durch den die Kapazität für Güterzüge deutlich erhöht werden soll.

Soltau, das den Ausbau koordiniert, hat Bedingungen formuliert, um sicherzustellen, dass das Projekt zu einer zukunftsorientierten und menschenfreundlichen Stadtentwicklung beiträgt. Die zentrale Forderung der Stadt ist ein wirksamer Lärmschutz, der sich an den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) orientiert und aktive Maßnahmen wie Lärmschutzwälle vorsieht. Auch andere Gemeinden – darunter Harber, Hötzingen, Moide, Leitzingen, Woltem und Meinern – sind beteiligt und werden ihre gemeinsamen Forderungen bis Ende Dezember zusammen mit denen Soltaus vorlegen.

Die Ausbaupläne umfassen die Elektrifizierung der Strecke, die Einführung digitaler Signaltechnik sowie eine Geschwindigkeitserhöhung von 80 auf 100 km/h. Dadurch soll die Strecke deutlich mehr Güterzüge aus den norddeutschen Häfen aufnehmen können. Aktuell verkehren auf der Amerikalinie etwa 20 Regional- und zwei Güterzüge täglich; nach dem Ausbau sollen es 36 Regional- und 34 Güterzüge werden – die Hälfte davon nachts. Soltau fordert Schallschutzfenster für alle Wohnräume mit Bahnanlageblick, wo aktive Lärmschutzmaßnahmen nicht möglich sind, und äußert Besorgnis über die Auswirkungen des Ausbaus auf die örtlichen Gemeinden.

Das gemeinsame Papier der Anrainerkommunen wird bis Ende Dezember an die Deutsche Bahn und die Bundespolitik übermittelt. Anschließend wird das Bundesministerium für Digitales und Verkehr den Entwurf für die parlamentarische Beratung im Bundestag vorbereiten. Mit dem Ausbau der Amerikalinie soll die Kapazität für Güterverkehr gesteigert werden, während die Kommunen darauf hinwirken, dass das Projekt mit ihren städtebaulichen Plänen vereinbar ist und die Bevölkerung vor Lärmbelastung schützt.