30 March 2026, 16:22

Anna Netrebkos polarisierende Rückkehr an die Berliner Staatsoper

Gemälde mit dem Titel 'Die Oper' (1856), das eine Gruppe von Darstellern auf der Bühne mit Instrumenten und Sitzgelegenheiten vor einem Publikum und einer Wand als Hintergrund zeigt.

Anna Netrebkos polarisierende Rückkehr an die Berliner Staatsoper

Premiere an der Berliner Staatsoper: Anna Netrebkos umstrittene Rückkehr in Un ballo in maschera

An der Staatsoper Unter den Linden in Berlin hat eine mutige Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Un ballo in maschera Premiere gefeiert. Die Eröffnung wurde von der Sopranistin Anna Netrebko geprägt, deren Rückkehr auf die deutsche Bühne sowohl Begeisterung als auch Protest auslöste. Vor dem Opernhaus versammelten sich Demonstranten, um gegen ihren Auftritt zu demonstrieren.

Die Inszenierung des Verdi-Klassikers zeigte Netrebko in der Rolle der Amelia. Unter der Regie von Rafael R. Villalobos verband die Produktion Elemente der queeren Ballroom-Kultur mit Bezügen zur AIDS-Epidemie und verlieh dem Werk damit eine moderne Note. Die musikalische Leitung hatte Enrique Mazzola, dessen Interpretation vom Großteil des Publikums mit starkem Applaus bedacht wurde.

Vor der Vorstellung skandierten etwa 50 Protestierende mit ukrainischen Fahnen Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Hintergrund der Demonstrationen sind Netrebkos frühere Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin, darunter ihre Teilnahme an dessen Geburtstagsfeier im Kreml 2021. Seitdem habe sie sich jedoch von Russland distanziert und sei nicht mehr dorthin zurückgekehrt, wie Elisabeth Sobotka, Intendantin der Staatsoper, betonte.

Die Sopranistin, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, hat ihren Ruf in Deutschland schrittweise wiederaufgebaut. Nach anfänglichen Boykottaufrufen wegen ihrer Putin-Nähe trat sie 2023 an der Dresdner Semperoper und 2024 an der Hamburger Staatsoper wieder auf. Bis 2026 hat ihr künstlerisches Talent die früheren Kontroversen weitgehend in den Hintergrund gedrängt – wenn auch nicht vollständig: Bei der Premiere gab es vereinzelt Buhrufe.

Während Netrebkos Darstellung von vielen Zuschauern begeistert gefeiert wurde, spiegelten die gespaltenen Reaktionen die anhaltenden Konflikte um ihre politischen Verstrickungen wider. Die Produktion von Un ballo in maschera bleibt Teil des Festspielprogramms der Staatsoper. Netrebkos Mitwirkung hat die Debatte über Kunst, Politik und öffentliche Wahrnehmung neu entfacht. Ihre Rückkehr auf die Berliner Bühne markiert einen weiteren Schritt in ihrer schrittweisen Wiedereingliederung in die deutsche Opernszene.

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