Altkleidersammlung im Landkreis wird radikal reformiert – was sich jetzt ändert
Hannah BöhmAltkleidersammlung im Landkreis wird radikal reformiert – was sich jetzt ändert
Landkreis Schmalkalden-Meiningen ändert Textilsammlung grundlegend
Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen stellt die Sammlung von Alttextilien um. Der Schritt erfolgt, nachdem der Gebrauchttextilmarkt in Deutschland und Europa aufgrund steigender Kosten, Pleitewellen und nachlassender Qualität zusammengebrochen ist. Künftig müssen Bürger ihre Altkleidung an ausgewiesenen Recyclinghöfen abgeben – viele der bisherigen Sammelcontainer entfallen.
Bisher sammelte der Landkreis jährlich rund 300 Tonnen Alttextilien ein. Die Einnahmen aus diesen Sammlungen halfen, die Abfallgebühren stabil zu halten. Doch angesichts der Marktkrise reduziert die Verwaltung nun die Zahl der frei zugänglichen Container. Einige wurden bereits in Meiningen, Zella-Mehlis und Teilen des Verwaltungsgemeinschaft Hohe Rhön abgebaut.
Das neue System setzt auf zentrale, betreute Annahmestellen, um die Qualität der Materialien zu verbessern und Verunreinigungen zu minimieren. Bürger können ihre Textilien künftig zum Wertstoffhof Kaltennordheim im Bereich Hohe Rhön bringen. Auch andere Regionen wie der Landkreis Eichstätt planen ähnliche Änderungen: Dort soll im März 2026 ein kontrolliertes Sammelsystem starten.
Akzeptiert werden nur saubere, tragbare Textilien – darunter Kleidung, Schuhe, Bettwäsche, Handtücher, Decken, Vorhänge, Taschen sowie Accessoires wie Gürtel oder Hüte. Abgelehnt werden stark verschmutzte oder beschädigte Textilien, nasse oder schimmelige Stoffe, Teppiche, Matratzen und Hausmüll. Auch Elektronik, Kunststoffe und Papier gehören nicht in die Container.
Die Bürger werden aufgefordert, keine Säcke oder Abfälle neben den Containern zurückzulassen. Die Verwaltungsgemeinschaft prüft derzeit weitere Anpassungen des Systems.
Ziel der Umstellung ist es, die Qualität der gesammelten Textilien zu steigern und sich an den eingebrochenen Gebrauchtmarkt anzupassen. Mit weniger Containern und strengeren Regeln hofft der Landkreis, Kosten zu senken und Verunreinigungen zu reduzieren. Gleichzeitig werden weitere Lösungen für die Verwaltungsgemeinschaft geprüft.






