Alan Greenspan – der mächtigste Notenbanker der USA stirbt mit 100 Jahren
Elias WernerAlan Greenspan – der mächtigste Notenbanker der USA stirbt mit 100 Jahren
Alan Greenspan, der ehemalige Vorsitzende der US-Notenbank (Federal Reserve), ist im Alter von 100 Jahren verstorben. Fast 19 Jahre lang leitete er die Institution und prägte die Wirtschaftspolitik unter vier US-Regierungen. Sein Einfluss erstreckte sich über Parteigrenzen hinweg und brachte ihm Respekt bei Führungsfiguren sowohl der Republikaner als auch der Demokraten ein.
Greenspan diente unter Präsidenten beider großer Parteien. Während seiner langen Amtszeit steuerte er das Land durch wirtschaftliche Höhen und Tiefen. Viele Amerikaner suchten in Zeiten finanzieller Unsicherheit Halt in seinen Stellungnahmen.
Bekannt war er für sein unerschütterliches Vertrauen in freie Märkte und seine ruhige Hand in stürmischen Zeiten. Seine oft verschlungene Ausdrucksweise erinnerte an den legendären Manager der New York Mets, Casey Stengel. Kritiker wie Befürworter hoben gleichermaßen seine Fähigkeit hervor, Gesprächspartner mit komplexen Formulierungen zu verwirren.
Im Rückblick räumte Greenspan später selbst Schwächen in seinen wirtschaftlichen Ansichten ein. Sein Nachruf in der Los Angeles Times thematisierte die Kritik an seiner deregulierungspolitischen Haltung, die von vielen mit der Finanzkrise 2008 in Verbindung gebracht wurde.
Greenspans Vermächtnis bleibt umstritten. Besonders nach dem wirtschaftlichen Einbruch 2008 geriet seine Deregulierungsphilosophie in die Kritik. Dennoch hinterließen seine Führung und sein wirtschaftspolitisches Wirken einen bleibenden Eindruck in der US-Politik.
