AfD-Politiker beschäftigen Familienmitglieder – ist das noch vertretbar?
Hannah BöhmNepotismus-Vorwurf erreicht auch Niedersachsen AfD - AfD-Politiker beschäftigen Familienmitglieder – ist das noch vertretbar?
In den vergangenen Wochen sind zwei Fälle bekannt geworden, in denen Politiker der AfD Angehörige beschäftigt haben. In Sachsen gab der Co-Vorsitzende Tino Chrupalla zu, die Ehefrau eines Landtagsabgeordneten in seinem Wahlkreisbüro angestellt zu haben. Gleichzeitig arbeitet in Niedersachsen die Ehefrau des AfD-Landeschefs Ansgar Schledde für einen weiteren Parteikollegen im Bundestag.
Chrupalla bestätigte, dass die Frau von Roberto Kuhnert in seinem Büro beschäftigt sei. Er räumte ein, die Anstellung sei zwar rechtlich einwandfrei, gebe aber "einen schlechten Beigeschmack". Aus anderen Bundesländern wurden in den letzten Monaten keine ähnlichen Fälle gemeldet.
In Niedersachsen ist Schleddes Ehefrau in der Dienststelle des AfD-Bundestagsabgeordneten Danny Meiners angestellt. Die Partei betont, die Einstellung sei nach einem regulären Bewerbungsverfahren ausschließlich aufgrund der Qualifikationen erfolgt. Schledde verteidigte die Personalentscheidung als "rechtlich makellos" und wies gegenseitige Gefälligkeiten zurück.
Die AfD weist Vorwürfe der Vetternwirtschaft in beiden Fällen zurück. Offizielle Stellen versichern, alle Verträge entsprächen den gesetzlichen Vorgaben und seien nach ordnungsgemäßen Verfahren vergeben worden.
Die beiden Fälle zeigen, wie Angehörige von AfD-Politikern Positionen in Parteibüros erhalten haben. Zwar erfüllen die Anstellungen die rechtlichen Anforderungen, doch Kritiker hinterfragen die ethischen Implikationen. Bisher wurden aus anderen Bundesländern keine weiteren Fälle dokumentiert.
AfD Introduces Uniform Rules for Family Employment in Response to Scandal
The AfD federal executive board announced new regulations to govern the employment of family members in parliamentary offices, following recent allegations of nepotism. These rules, effective immediately, apply to all AfD politicians at federal and state levels. The decision aims to address concerns raised by cases in Saxony and Lower Saxony, where family members of prominent AfD figures were employed in party offices. While the party maintains legal compliance, critics argue the move reflects pressure to manage public backlash rather than ethical reform.






