Abwasseranalyse enthüllt: So hoch ist der Drogenkonsum in europäischen Großstädten
Elias WernerAbwasseranalyse enthüllt: So hoch ist der Drogenkonsum in europäischen Großstädten
Eine neue Studie hat den Drogenkonsum in Europa untersucht, indem sie Abwasser in 62 Städten analysierte. Die von der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) geleitete Forschung verfolgte Rückstände von Cannabis, Kokain, Amphetamin, Methamphetamin, MDMA und Ketamin. Während sich einige Trends verschoben, blieb der Cannabiskonsum in den meisten Städten in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.
Der Cannabisgebrauch unterschied sich zwischen den Städten deutlich. Genf verzeichnete die höchsten Werte und führte damit die europäische Rangliste an. Berlin folgte auf Platz vier mit 172 Milligramm THC-COOH pro 1.000 Einwohner täglich. Frankfurt belegte den neunten Platz mit etwa 150 Milligramm, während Mainz mit 130,6 Milligramm auf Rang 15 landete.
Bei anderen Substanzen zeigten sich gemischte Muster: Der MDMA-Konsum ging in vielen Städten zurück und kehrte damit den bisherigen Aufwärtstrend um. Gleichzeitig stieg der Gebrauch von Kokain und Ketamin in ganz Europa an. Die Werte für Amphetamin und Methamphetamin blieben hingegen weitgehend unverändert.
Für die Studie wurden im März 2023 eine Woche lang Abwasserproben gesammelt. Die Forscher berechneten daraus die täglichen Drogenrückstände pro 1.000 Einwohner, um den Konsum zwischen den Standorten zu vergleichen.
Die Ergebnisse verdeutlichen regionale Unterschiede im Drogenkonsum, wobei Cannabis nach wie vor die am weitesten verbreitete Substanz bleibt. Während der MDMA-Gebrauch zurückging, nahmen Kokain und Ketamin in vielen Gebieten zu. Die Daten geben den Behörden ein klareres Bild der Drogenentwicklungen in europäischen Städten.






