20 Milliarden für benachteiligte Schulen: Kann das Programm die Bildungskrise lösen?
Lotta Brandt20 Milliarden für benachteiligte Schulen: Kann das Programm die Bildungskrise lösen?
Im Februar 2024 startete ein großes Programm zur sozialen Inklusion, das benachteiligte Schulen in ganz Deutschland unterstützen soll. Die Initiative mit einem Volumen von 20 Milliarden Euro wird in den nächsten zehn Jahren 4.000 Schulen in sozial schwachen Gebieten fördern. Sie folgt auf Jahre der Krise im Bildungsbereich, geprägt von Lehrkräftemangel und zunehmender Gewalt in Klassenzimmern.
Das Programm baut auf den Erfahrungen der Rütli-Schule in Berlin auf, die 2006 bundesweit zum Fallbeispiel wurde. Lehrkräfte verfassten am 30. März einen offenen Brief, in dem sie extreme Aggression, Vandalismus und einen Zusammenbruch der Disziplin schilderten: Türen wurden eingetreten, Böller gezündet, Bilderrahmen von den Wänden gerissen. Die Mitarbeiter kamen zu dem Schluss, dass die Schule in einer Sackgasse steckte.
Ein Jahr später schloss sich die Rütli-Schule mit benachbarten Einrichtungen zu einer gemeinsamen Gemeinschaftsschule zusammen, die auch das Abitur anbietet. Ihr Erfolg zog die Aufmerksamkeit von Politikern und Forschern auf sich und machte sie zum Vorbild für Schulen mit hohem Anteil an Schülerinnen und Schülern ohne Deutschkenntnisse.
Das neue bundesweite Programm zielt darauf ab, den Erfolg der Rütli-Schule zu wiederholen – durch den Ausbau multiprofessioneller Teams und die Umwandlung der Schulen in Ganztagseinrichtungen. Doch die Finanzierung droht durch Sparmaßnahmen in Ländern wie Hessen untergraben zu werden, wo Kürzungen die Sozialindex-Mittel für Gemeinschaftsschulen gefährden.
Deutschlands Bildungsprobleme reichen bis zur ersten PISA-Studie im Jahr 2000 zurück, die die schlechten Leistungen benachteiligter Schüler offenlegte. Noch heute herrscht ein massiver Lehrkräftemangel, der dazu führt, dass viele Stunden ausfallen.
Die 20-Milliarden-Investition soll Schulen in benachteiligten Gebieten gezielt fördern und die Bildungschancen in den nächsten zehn Jahren verbessern. Doch durch Haushaltskürzungen auf Landesebene könnte die Wirkung eingeschränkt werden. Ohne stabile Finanzierung könnten die Ziele des Programms – mehr Personal, bessere Ausstattung und längere Schulzeiten – auf der Strecke bleiben.






