16-Jähriger fährt ohne Führerschein LKW auf der A7 – Spedition in der Kritik
Noah WeberPolizei stoppt 16-Jährigen mit Sprinter auf A7 - 16-Jähriger fährt ohne Führerschein LKW auf der A7 – Spedition in der Kritik
Ein 16-jähriger Junge ist auf der Autobahn A7 in Niedersachsen am Steuer eines Lieferwagens erwischt worden. Der Teenager, der für ein Speditionsunternehmen arbeitete, besaß keinen Führerschein und konnte bei der Polizeikontrolle auch keinen Ausweis vorzeigen.
Der Vorfall ereignete sich spät in der Nacht, als Beamte einen Mercedes Sprinter auf der A7 anhalten ließen. Der Fahrer, ein 16-Jähriger, hatte bei seiner Bewerbung fälschlicherweise ein höheres Alter angegeben. Die Behörden bestätigten später, dass er nicht berechtigt war, ein Fahrzeug zu führen.
Das in Schleswig-Holstein ansässige Speditionsunternehmen hatte den Transporter gestellt. Ermittler gehen nun davon aus, dass der Geschäftsführer des Unternehmens das Alter des Jungen nicht überprüft oder dessen Fahrqualifikationen kontrolliert hat. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet, um zu klären, ob der Manager wissentlich einen Fahrer ohne Führerschein den Lieferwagen steuern ließ.
Nach deutschem Recht drohen jugendlichen Fahrern zwischen 14 und 21 Jahren, die ohne Führerschein erwischt werden, Strafen nach dem Jugendstrafrecht. Dazu gehören verkehrspädagogische Lehrgänge, gemeinnützige Arbeit, Geldbußen zugunsten gemeinnütziger Einrichtungen oder sogar Jugendarrest. Gerichte verhängen zudem Fahrverbote, wobei Sozialstunden oft einer Haftstrafe vorgezogen werden. Bei weniger schweren Verstößen, wie etwa dem Fahren ohne Begleitung mit 17, beginnen die Bußgelder bei 70 Euro zuzüglich eines Punkts im Fahreignungsregister in Flensburg.
Dem Teenager drohen nun strafrechtliche Konsequenzen. Der Geschäftsführer des Unternehmens könnte hingegen wegen Pflichtverletzung bei der Einstellung und Aufsicht zur Verantwortung gezogen werden.
Der Fall zeigt die Risiken mangelnder Überprüfungen von Mitarbeitern in Transportberufen auf. Der 16-Jährige muss sich vor dem Jugendgericht verantworten, während dem Geschäftsführer rechtliche Konsequenzen drohen, weil er nicht sichergestellt hat, dass der Fahrer über die erforderliche Fahrerlaubnis verfügte. Die Behörden prüfen weiterhin, wie es dem Jungen möglich war, ohne ordnungsgemäße Überprüfung ans Steuer zu kommen.
