20 March 2026, 06:17

10,3 Millionen Euro: Warum Deutschland an Bonn als zweitem Regierungssitz festhält

Detailierte alte Karte von Bonn, Deutschland, mit Straöen, Gebäuden und Landmarken mit sichtbarem Text.

Mehr als 10 Millionen Euro für die Berlin-Bonn-Trennung - 10,3 Millionen Euro: Warum Deutschland an Bonn als zweitem Regierungssitz festhält

Deutschlands Regierung hält an Doppelsitz in Berlin und Bonn fest – mit Kosten von über 10,3 Millionen Euro für die Steuerzahler 2024

Die Aufteilung der Regierungsarbeit zwischen Berlin und Bonn kostete die Steuerzahler im Jahr 2024 mehr als 10,3 Millionen Euro. Diese Regelung geht auf den Einigungsvertrag von 1990 zurück, der Teile der Verwaltung in der ehemaligen westdeutschen Hauptstadt beließ. Kritiker fragen sich inzwischen, ob die Beibehaltung zweier Regierungssitze noch sinnvoll oder bezahlbar ist.

Bonn diente von 1949 bis 1973 als provisorisches Regierungszentrum der Bundesrepublik und blieb bis 1990 offizielle Hauptstadt. Nach der Wiedervereinigung wurde Berlin zur Hauptstadt erklärt, doch das Berlin/Bonn-Gesetz sicherte zu, dass sechs der 16 Bundesministerien ihren Hauptsitz in Bonn behalten. Die übrigen neun Ministerien unterhalten dort zumindest eine Zweigniederlassung.

Die Zweiteilung wird jedoch immer teurer: 2024 stiegen die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Millionen Euro. Allein für Dienstreisen wurden über 5,9 Millionen Euro ausgegeben – ein Anstieg um 15,3 Prozent, bedingt durch gelockerte Corona-Beschränkungen und höhere Reisekosten.

Trotz der steigenden Kosten sinkt der Anteil der Ministeriumsmitarbeiter in Bonn kontinuierlich. Heute arbeitet nur noch jeder vierte Bundesbedienstete dort, während immer mehr Stellen nach Berlin verlegt werden. Frühere Vorschläge, die Behörden in Bonn zu konzentrieren, wurden abgelehnt – das Doppelsystem bleibt damit bestehen.

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Die finanzielle Belastung durch die beiden Regierungssitze wächst Jahr für Jahr. Da sich die meisten Ministerien mittlerweile für Berlin entscheiden, gerät das aktuelle Modell zunehmend in die Kritik. Politiker wie Dietmar Bartsch von der Linken fordern ein Ende der Aufteilung und verweisen auf die steigenden Kosten sowie die schrumpfende Belegschaft in Bonn.

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